Eine Woche ist rum! Morgen oder Übermorgen schreib ich weiter hatte ich gesagt... ist nicht ganz was draus geworden! Es ist für mich einfach kaum möglich genug Zeit zu finden um zu schreiben, außer Montags weil ich das mein freier Tag ist.
Das letzte mal hab ich ja damit angefangen euch etwas über die Kinder zu erzählen! Mit Lewis und Scott waren das die beiden mit denen ich im Haus grösstenteils zusammenarbeite! Diese beiden in einem Eintrag zu beschreiben war jedoch relativ dumm weil mir logischerweise im Nachhinein noch viele wichtige Sachen eingefallen sind die ich hätte schreiben können aber das ist jetzt erstmal egal, ich werde versuchen das irgendwann nachzuholen wenn ich die beiden ein bisschen besser kennengelernt habe!
Weil zwei einer zu viel sind, werde ich mich heute auf Jon konzentrieren! Mit Jon verbringe ich während der Schulzeit die meiste Zeit was auf “nur” 2 Stunden am Tag begrenzt ist. Wie alle Kinder hier ist Jon ein Fall für sich. Er ist 9 Jahre alt, geht in die dritte Klasse und hat keine motorischen Einschränkungen oder so. Er würde auf der Strasse oder im Supermarkt also nicht weiter auffallen. Jon ist einen Tag später aus den Ferien zurückgekommen und hat mich total überrascht. Ich hatte vorher schon einiges über ihn gehört, alles verpackt in komischen Andeutungen die darauf hindeuteten dass das ein absoluter Problemfall sei. Was ich in den ersten Tagen von Jon gesehen habe war ein sehr fröhlicher, gut gelaunter neunjähriger der vielleicht nicht sooo gut in der Schule war aber ansonsten nicht weiter aufgefallen ist.
Das waren aber nur die ersten Tage! Nicht dass aus dem lieben Jungen ein böser geworden ist oder so aber wenn man mehr Zeit mit ihm verbringt fallen einem Dinge auf die schon sehr speziell und extrem sind und zumindest teilweise das bestätigen was mir über ihn erzählt wurde. Was das jetzt speziell für Sachen waren kommt später. Das hat mich jedenfalls stutzig gemacht, woraufhin ich angefangen hab mal ein bisschen genauer nachzufragen!
Erster Gedanke war natürlich Leute zu fragen die direkt mit ihm zusammengarbeitet haben, wodurch ich dann auch erfahren habe, dass ich Zugriff auf Akten der Schüler mit denen ich zusammenarbeite anfragen kann. Das hab ich dann auch gemacht und angefangen mir ein kleines Puzzle zusammenzustellen. Ich denke, dass das wichtigste was ich über ihn wissen muss sodaso nur im Umgang mit ihm zutage kommt! Trotzdem ist es relativ schwer den richtigen Umgang mit einem Kind zu finden, welches auf den ersten Blick so “normal” scheint! Deshalb auch das kleine Puzzle. Durch das was ich gehört und gelesen habe bis jetzt (bin noch nicht durch) ist es viel einfacher Verständnis aufzubringen für die Dinge die er tut.
Jon's Hauptproblem scheint seine Vergangenheit zu sein und nicht irgendein Syndrom! Ich werde sie jetzt hier nich explizit erläutern weils einfach keine schöne Geschichte ist und ich sie nicht gut genug kenne um sie aufschreiben zu können. Jedenfalls ist es extrem schwierig für ihn Vertrauen zu jemandem aufzubauen, weil so etwas wie Konstanz in seinem Umfeld total gefehlt hat und die ersten 3 Jahre seines Lebens mit seinen biologischen Eltern nicht die schönsten gewesen sein können. Ich will damit nicht sagen dass sie ihn nicht geliebt haben, das weiss ich nicht! Auf jeden Fall haben sie's nicht geschafft ihn aufzuziehen und die Basis für ein unstetiges Leben zu schaffen. Aus verschiedenen Gründen musste Jon in den letzten 6 Jahren mehrmals Familie wechseln und das nicht umbedingt seinetwegen. Welches Kind da die Welt noch versteht kann keine Kindheit gehabt haben.
Die Gründe weshalb er hier lebt und zur Schule geht sind also nicht nur auf seine Geburt zurückzuführen. Dieses Wissen erleichtert den Alltag mit ihm um einiges! Wenn er also keine Lust hat im Klassenzimmer zu sitzen, dann ist das halt so und man geht raus. Jon hat direkt neben dem Klassenzimmer seinen eigenen Raum in dem er einen großen Teil seiner Schulzeit verbringt. Darin befindet sich eine sehr grosse Strandmuschel, ein Sitzkissen, Sofapolster, Bettlaken, Decken, Kissen, Plüschtiere und ähnliches. Sprich alles was man sich als Kind so wünscht, wenn man sich im Wohnzimmer eine Höhle bauen will! Nicht dass er das jetzt die ganze Zeit macht, aber es kommt schonmal vor. Vor allem ist der Raum gut um Agressionen abzubauen, was nicht heisst dass er dort die ganze Zeit wild herumspringt und alles durch die Gegend wirft. Die meiste Zeit spielt er darin wie alle anderen Kinder es auch tun und das nicht alleine! Daraus lässt sich schliessen, dass auch ich einen Großteil meiner Zeit in der Schule in diesem Raum verbringe.
Das letzte mal hab ich ja damit angefangen euch etwas über die Kinder zu erzählen! Mit Lewis und Scott waren das die beiden mit denen ich im Haus grösstenteils zusammenarbeite! Diese beiden in einem Eintrag zu beschreiben war jedoch relativ dumm weil mir logischerweise im Nachhinein noch viele wichtige Sachen eingefallen sind die ich hätte schreiben können aber das ist jetzt erstmal egal, ich werde versuchen das irgendwann nachzuholen wenn ich die beiden ein bisschen besser kennengelernt habe!
Weil zwei einer zu viel sind, werde ich mich heute auf Jon konzentrieren! Mit Jon verbringe ich während der Schulzeit die meiste Zeit was auf “nur” 2 Stunden am Tag begrenzt ist. Wie alle Kinder hier ist Jon ein Fall für sich. Er ist 9 Jahre alt, geht in die dritte Klasse und hat keine motorischen Einschränkungen oder so. Er würde auf der Strasse oder im Supermarkt also nicht weiter auffallen. Jon ist einen Tag später aus den Ferien zurückgekommen und hat mich total überrascht. Ich hatte vorher schon einiges über ihn gehört, alles verpackt in komischen Andeutungen die darauf hindeuteten dass das ein absoluter Problemfall sei. Was ich in den ersten Tagen von Jon gesehen habe war ein sehr fröhlicher, gut gelaunter neunjähriger der vielleicht nicht sooo gut in der Schule war aber ansonsten nicht weiter aufgefallen ist.
Das waren aber nur die ersten Tage! Nicht dass aus dem lieben Jungen ein böser geworden ist oder so aber wenn man mehr Zeit mit ihm verbringt fallen einem Dinge auf die schon sehr speziell und extrem sind und zumindest teilweise das bestätigen was mir über ihn erzählt wurde. Was das jetzt speziell für Sachen waren kommt später. Das hat mich jedenfalls stutzig gemacht, woraufhin ich angefangen hab mal ein bisschen genauer nachzufragen!
Erster Gedanke war natürlich Leute zu fragen die direkt mit ihm zusammengarbeitet haben, wodurch ich dann auch erfahren habe, dass ich Zugriff auf Akten der Schüler mit denen ich zusammenarbeite anfragen kann. Das hab ich dann auch gemacht und angefangen mir ein kleines Puzzle zusammenzustellen. Ich denke, dass das wichtigste was ich über ihn wissen muss sodaso nur im Umgang mit ihm zutage kommt! Trotzdem ist es relativ schwer den richtigen Umgang mit einem Kind zu finden, welches auf den ersten Blick so “normal” scheint! Deshalb auch das kleine Puzzle. Durch das was ich gehört und gelesen habe bis jetzt (bin noch nicht durch) ist es viel einfacher Verständnis aufzubringen für die Dinge die er tut.
Jon's Hauptproblem scheint seine Vergangenheit zu sein und nicht irgendein Syndrom! Ich werde sie jetzt hier nich explizit erläutern weils einfach keine schöne Geschichte ist und ich sie nicht gut genug kenne um sie aufschreiben zu können. Jedenfalls ist es extrem schwierig für ihn Vertrauen zu jemandem aufzubauen, weil so etwas wie Konstanz in seinem Umfeld total gefehlt hat und die ersten 3 Jahre seines Lebens mit seinen biologischen Eltern nicht die schönsten gewesen sein können. Ich will damit nicht sagen dass sie ihn nicht geliebt haben, das weiss ich nicht! Auf jeden Fall haben sie's nicht geschafft ihn aufzuziehen und die Basis für ein unstetiges Leben zu schaffen. Aus verschiedenen Gründen musste Jon in den letzten 6 Jahren mehrmals Familie wechseln und das nicht umbedingt seinetwegen. Welches Kind da die Welt noch versteht kann keine Kindheit gehabt haben.
Die Gründe weshalb er hier lebt und zur Schule geht sind also nicht nur auf seine Geburt zurückzuführen. Dieses Wissen erleichtert den Alltag mit ihm um einiges! Wenn er also keine Lust hat im Klassenzimmer zu sitzen, dann ist das halt so und man geht raus. Jon hat direkt neben dem Klassenzimmer seinen eigenen Raum in dem er einen großen Teil seiner Schulzeit verbringt. Darin befindet sich eine sehr grosse Strandmuschel, ein Sitzkissen, Sofapolster, Bettlaken, Decken, Kissen, Plüschtiere und ähnliches. Sprich alles was man sich als Kind so wünscht, wenn man sich im Wohnzimmer eine Höhle bauen will! Nicht dass er das jetzt die ganze Zeit macht, aber es kommt schonmal vor. Vor allem ist der Raum gut um Agressionen abzubauen, was nicht heisst dass er dort die ganze Zeit wild herumspringt und alles durch die Gegend wirft. Die meiste Zeit spielt er darin wie alle anderen Kinder es auch tun und das nicht alleine! Daraus lässt sich schliessen, dass auch ich einen Großteil meiner Zeit in der Schule in diesem Raum verbringe.
Wenn er wach und gut drauf ist, werfen wir uns einen Ball über die Strandmuschel hinweg zu oder er lässt ihn an ihr herunterkullern und ich werf ihn ihm wieder zu (was für mich auch ganz schöne Beschäftigungen sind, weil sie im Verhältnis zum Rest meines Tages ziemlich entspannend sind :D). Wenn er müde und gut drauf ist les ich ihm vor (das letzte Buch handelte von Narnia) oder er inszeniert die üblichen “Vater, Mutter, Kind” Spiele und ich muss mitmachen (was ich eher anstrengend finde weil es doch nicht ganz leicht ist sich zu verstellen wenn man nicht auf ner Bühne steht sondern im Hinterkopf hat, dass das das echte Leben ist). Wirklich komisch war es jedoch nur die ersten male, danach gewöhnt man sich an den Gedanken und es geht! Genau so ist es auch wenn er mal wieder heiratet, dann wickelt er sich sowas wie ein Brautkleid aus einem Lake z.B. und heiratet entweder mich oder eins der Plüschtiere oder er verheiratet zwei Plüschtiere miteinander! Alles ist möglich, er ist da sehr liberal!
Was er am liebsten malt sind Herzen und schreiben kann er seinen Namen und den seiner “Main Co-workerin” Paula. Wenn er das macht bekommt man in der Regel den Satz "I'm so clever" zu hören was mich immer wieder freut weil man sieht, dass er noch jede Menge Stolz hat. Die Art von Stolz die für Kinder so wichtig ist! Das soll übrigens auch ein sehr guter Trick sein um ihn z.B. ins Bett zu kriegen obwohl es so Dunkel ist und er ein bisschen Angst hat ("But you are such a big boy" oder "brave boy" wahlweilse). Dass er sehr mutig ist beweist er in letzter Zeit fast Täglich. Ich hab ihm am ersten Tag gezeigt, dass Spinnen nix tun und man sie ruhig auf die Hand nehmen kann, was er seit dem nachmacht und sagt: "I'm soooo clever" woraufhin ich mich dann wieder freue.
Den Großteil der Zeit mit ihm hat man also schon Spass! Wovor aber andauernd gewarnt wird, sind seine Ausraster, die mich noch nicht wirklich erreicht haben aber bestimmt noch kommen werden. Eine Co-workerin die auch gerade erst gekommen ist hat das schon miterlebt und in dem Moment ziemlich hart getroffen. Morgen werd ich mich mal mit ihr zusammensetzen und hoffe mal, dass uns das beiden hilft.
Die einzige annähernd brenzlige Situation bis jetzt, war als ich mit Jon auf dem Gang Saß und sich eine ältere Schülerin neben mich gesetzt hat. Zuerst war er sehr lieb zu ihr, hat ihr mit ihrem Latz noch Essensreste aus dem Gesicht gewischt (sie schafft nicht ganz so viel alleine wie andere Kinder) und ich hab mich daneben gefreut was er für ein lieber Kerl ist. Als ich dann allerdings dort sitzen geblieben bin und mich mit einer Lehrerin unterhalten hab, ist Jon zurück in die zu dem Zeitpunkt leere Klasse gegangen. Weil der Moment so ruhig war, bin ich auch nicht sofort hinterhergerannt. Das nächste was ich gehört hab war zersplitterndes Glas. Jons Erklärung: es war der Plüschhund der die Blumenvase auf dem Lehrertisch kaputt gemacht hat! Ich hab natürlich gleich gesagt ich wisse ganz genau, dass er das war und das er das nicht nochmal machen sollte, zwar in ruhigem Ton aber das übliche halt.
Den Großteil der Zeit mit ihm hat man also schon Spass! Wovor aber andauernd gewarnt wird, sind seine Ausraster, die mich noch nicht wirklich erreicht haben aber bestimmt noch kommen werden. Eine Co-workerin die auch gerade erst gekommen ist hat das schon miterlebt und in dem Moment ziemlich hart getroffen. Morgen werd ich mich mal mit ihr zusammensetzen und hoffe mal, dass uns das beiden hilft.
Die einzige annähernd brenzlige Situation bis jetzt, war als ich mit Jon auf dem Gang Saß und sich eine ältere Schülerin neben mich gesetzt hat. Zuerst war er sehr lieb zu ihr, hat ihr mit ihrem Latz noch Essensreste aus dem Gesicht gewischt (sie schafft nicht ganz so viel alleine wie andere Kinder) und ich hab mich daneben gefreut was er für ein lieber Kerl ist. Als ich dann allerdings dort sitzen geblieben bin und mich mit einer Lehrerin unterhalten hab, ist Jon zurück in die zu dem Zeitpunkt leere Klasse gegangen. Weil der Moment so ruhig war, bin ich auch nicht sofort hinterhergerannt. Das nächste was ich gehört hab war zersplitterndes Glas. Jons Erklärung: es war der Plüschhund der die Blumenvase auf dem Lehrertisch kaputt gemacht hat! Ich hab natürlich gleich gesagt ich wisse ganz genau, dass er das war und das er das nicht nochmal machen sollte, zwar in ruhigem Ton aber das übliche halt.
Dass das mein Schuld war, hab ich erst später realisiert. Ich bin froh dass der Schaden sich auf eine Kaputte Vase begrentzt hat (und eine kleine Schnittwunde vom aufräumen :P ). Jetzt weiss ich, dass ich ihm in Zukunft immer das Gefühl geben muss für ihn dort zu sein. Jon muss immer im Mittelpunkt stehen, sonst fühlt er sich versetzt! Vertrauen wird er mir womöglich nie zu 100% aber sein volles Vertrauen verlieren kann ich sehr schnell und dann muss ich von vorne anfangen!
Und wieder bin ich müde, und wieder hab ich zu viel geschrieben (ne Mogli? :P), und wieder wüsste ich noch ein paar Sachen zu schreiben, und wieder sind keine Fotos dabei (weiss noch nicht ob ich überhaupt Fotos von den Kindern hochladen darf), und wahrscheinlich wird wieder eine Woche vergehen bis ich weiterschreiben kann.
Über wen ich nächste Woche schreiben werde weiss ich noch nicht, aber ich geb mir Mühe (vor allem weil ich am nächsten Montag Alex 30 in irgendeinem Kaff besuchen werde und dementsprechend Sonntag Abend schreiben muss).
Bevor ichs vergesse, vielleicht noch n bisl was über mich: mir gehts immernoch super, ich geniesse immer noch die Zeit hier, ich komm immernoch 5 Tage die Woche nicht vor 23:30 Uhr nach Hause und schon garnich ins Bett, weil immer irgendwas ist: Sport, Party, Chillung etc.. Außerdem ist Aberdeen eine sehr schöne Stadt, ich gebe mehr Geld aus als ich hier bekomme (160 Pfund im Monat) und werde meine Freizeit in den nächsten Tagen versuchen mit einer Fahrradreparatur zu verbringen (Teile hab ich heute gekauft) damit ich ein bisschen mobiler werde (Busnetz ist aber auch gut hier).
Alles ist schön, alles ist toll und ich bin vor allem müde.
Hoffe ich hab euch nicht gelangweilt :P
Cheers
Johannes
Ps: was zum Eintragstitel (Schottisches Sprichwort btw.)! Das Wetter ist echt nicht so schlecht bisher (von dem was ich so mitbekommen hab vielleicht sogar besser als in Berlin) und wenns regnet gehts schnell vorbei in der Regel. Außerdem hats hier erst drei mal richtig gegossen und wenn man dann grad unterwegs ist gibts nichts schöneres als das nächste Pub und n kühles Pint :D
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